Ein Stuhl, eine Flasche Whisky und ein Mann
Ich kam in einen Raum mit nur einen Tisch, ein Bett, einen Schrank, einen Sessel und eine Stehlampe. In dem Sessel saß ein recht junger Mann mit Bart und einem Glas mit Whisky in der Hand. Der Tisch stand direkt neben ihm und darauf stand eine fast volle Flasche Whisky und ein Schreibblock. Auf diesem sah man die Worte „Warum ich das bin, was ich nun bin“ Das interessante daran war, dass es nicht der einzige Satz auf dem Block war. Es war immer ein anderer Titel zu sehen, der durchgestrichen oder auf irgendeine andere Art unkenntlich gemacht wurde. Was ich erkannte waren einmal, „Mein Leben und die Beschreibung der Probleme“ oder „Warum ich fast an der Flasche hing.“
Ich schaute mir die Person genauer an. Sie war durch ihr Leben geprägt und sah frustriert aus. Sie schaute genauso nachdenklich wie traurig. Ihre Haltung verriet mir, dass das, was sie erlebt hatte entsprechend grausam und traurig war. Ich ging weiter in den Raum rein, um irgendwie das Gesicht erkennen zu können, doch der Kopf blieb gesenkt.
Der Mann sagte:
„Wenn du Fragen hast, da liegt ein Block mit meinem „Leben“. Ich habe nichts zu verbergen.“ Er betonte den Satz so, dass mir das Blut in den Adern gefror.
Also nahm ich nach kurzem Überlegen den Block an mich und las in ihm. Das was da stand kam mir alles sehr bekannt vor… Allgemeingehalten stand da, dass er ein sehr nachdenklicher Mensch sei, der immer logisch handelte. Er hatte nie Glück in seinem Leben. Er wurde seit dem Kindergarten von seinen Mitmenschen schlecht geprägt. Als er 18 Jahre alt war, hatte er Zoff mit seinen Eltern. Sie starben an einem Autounfall, ohne dass der Streit vorher geklärt werden konnte. Nach einigen Wochen verstarb auch der Großvater, der letzte angehörige des Mannes, an Kummer. Der Mann war nun alleine, zumindest ohne Familie. Doch er hatte noch seine beste Freundin, auf die er sich immer verlassen konnte.
Jedoch wollte er in diesem Zustand mit niemandem zu tun haben, deshalb verschanzte er sich mit Büchern und Whisky auf dem Sessel in seinem Zimmer, genau dort wo dieser Streit, der zur Tragödie wurde, stattfand. Genau auf dem Platz, wo er vor dem Unfall saß. Er schenkte sich nochmal Whisky ins Glas. Mir fiel erst in dem Moment auf, dass er in der kurzen Zeit fast die ganze Flasche getrunken hat. Ich las weiter, um mir nichts anmerken zu lassen.
Er beschrieb seine Abende, die er freiwillig alleine verbrachte. Sie wurden von Ihm immer gleich beschrieben: trostlos, hoffnungslos, einsam und voller Schuldgefühle. Doch auf einmal beschrieb er was anderes. Er schrieb, dass seine Freundin in der Zeitung war, weil sie in einem Musical die Hauptrolle spielte. Er dachte kurz nach, sah sich im Spiegel und verfiel in seinen alten Trott. Er beschrieb immer besser seinen Schmerz und sein Leid, seine Gedanken und seine Überlegung, die Überlegung, dem Ganzen ein Ende zu setzten. Ein endgültiges Ende, das Ende durch seinen Tod. Doch da klingelte es an der Tür…
Er ignorierte das erste Klingen, und auch das zweite und dritte doch bevor noch das vierte kommen konnte ging er an die Freisprecheinrichtung. Ein genervtes „Hallo“ kam auf der anderen Seite des Hörers heraus, jedoch kam ein Fröhliches und fragendes „Bist du es?“ zurück.
Es war seine beste Freundin, die er seit jetzt fast einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Was ist? Bist du nicht beschäftigt?“ „Na warum so Miesepetrisch, komm doch mal runter, ich möchte mit dir reden.“ „Ich möchte aber nicht.“ „Komm schon, es ist doch November und ich weiß wie gerne du zu dieser Jahreszeit spazieren gehst.“ „Du weist nichts mehr über mich, jetzt geh bitte.“ „Was ist denn los mit dir, so kenne ich dich gar nicht, wo ist der immer schlechte Witze machende sarkastische Mensch von früher?“ „Der lebt seit einem Jahr nicht mehr.“
„Darf ich nicht hoch kommen und mit dir persönlich reden?“ „Nein!“ „Gut dann warte ich halt eben hier, bis du mich rein lässt und damit du mich nicht vergisst, klingel ich jede Stunde bei dir.“ Er hielt es sechs Mal aus, bis er beim siebten Mal fragte, „wird dir nicht kalt und langweilig?“ „Doch, aber ich wollte dich mal wieder sehen, es ist ja schon ein Weilchen her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“ „Versprichst du, dass, wenn ich mit dir spazieren gehe, du wieder gehst?“ „Wenn du das willst, gerne.“
Sie gingen im Wald spazieren, das Laub der Bäume war schön braun rötlich gefärbt, es war bis auf das Gezwitscher der Vögel absolut nichts anderes zu hören. Sie kamen auf seine Lieblingslichtung. Man war dort am höchsten Punkt in der Umgebung und überblickte wirklich alles. Er hatte sich da sogar eine eigene Bank hingebaut, wo er sich ausruhen und die schöne Sicht genießen konnte.
„Also, was machst du so den ganzen Tag?“ „Was macht dein Studium?“ „Hey, schau mich mal an. Du weißt, dass du mir vertrauen kannst und ich bin da. Ich möchte, dass du wieder DU bist und nicht das momentane Monster, das du vorgibst zu sein.“
„Vor einem Jahr ist etwas passiert, seitdem bin ich nicht mehr ich selbst. Es tut mir leid, aber der, den du meinst zu kennen, ist tot.“ „Was ist passiert und warum hast du dich nicht bei mir gemeldet? Ich meine ich bin doch da für dich.“ „Du warst so beschäftigt mit deinem Lebensweg und du hast sicherlich deine eigenen Probleme. Ich wollte dich nicht mit meinen Problemen belasten.“ „Schau mich an.“ Sie nahm den Kopf von ihm in die Hand und drehte ihn zu sich. „Ich bin jetzt und für immer für dich da, also sag mir was ist passiert?“ „Iii ch habe…“ er bekam die Worte nicht an einem Stück heraus und bekam leicht Tränen in die Augen. Sie wollte ihn in den Arm nehmen, aber er stieß sie weg. „Ist schon gut.“ Sie kam etwas vorsichtiger auf ihn zu. Sie nahm seine Hand und seinen Kopf in die Hand und kraulte sein Haar.
„Ich habe mich vor einem Jahr mit meinen Eltern gestritten, ich weiß schon gar nicht mehr worum es ging. Sie waren so sauer auf mich, dass sie weggefahren sind. Ich war noch zwei Stunden danach auf sie sauer, nach drei Stunden ging es wieder, aber nach vier Stunden, um genau 21:23 Uhr, klingelte es an der Tür. Ich hoffte es wäre mein Bruder gewesen, jedoch war es eine Polizistin, die ihre Mütze abgesetzt hatte und mir die Botschaft ausrichtete.“ Sie nahm ihn immer mehr in den Arm.
„Das war der Grund, warum ich erstmal jeden Kontakt blockierte. Ich wollte bei jedem sicher gehen, dass das nicht nochmal passiert. Selbst mit dir wollte ich den Kontakt abbrechen.“ „Hey“ Sie hob seinen Kopf an. „Egal was passiert ist, dass muss sich nicht unbedingt wiederholen, vor allem nicht, wenn es um uns zwei geht.“ „Vielen Dank.“
Sie holte ihn aus dem Tiefpunkt seines Lebens. Er traf sich jetzt regelmäßig mit ihr. Bis…
Er saß daheim im Anzug wieder auf seinem Sessel und wartete auf seine beste Freundin. Sie wollten essen gehen, doch sie verspätete sich. Nach einer Stunde versuchte er sie auf dem Handy zu erreichen. Nichts. Nach zwei Stunden klingelte sein Handy. Es war Sie. Er ging ans Handy und fragte, wo sie bleibe, jedoch waren es ihre Eltern die mich anriefen. Sie bekam einen Schlaganfall kurz bevor sie zu ihm gekommen wäre. Sie lag jetzt im künstlichen Koma.
„So, jetzt denkst du, du kennst mich besser, oder?“ Er schaute nach oben und ich erkannte Ihn. Er war Ich. Ich in ein paar Jahren.
„Rrrriiiiinnnnggg“
Ich saß senkrecht in meinem Bett bis ich merkte was überhaupt gerade passiert war. Bis ich letzten Endes feststellte… „Es war alles nur ein Traum…“
Offenheit
Sind wir als Gesellschaft zu verschlossen? Zeigen wir unser Wirklich ich in dieser Gesellschaft?
Oder verschließen wir unsere Gedanken und Gefühle hinter großen Steinmauern mit einer Stahltür. Eine Mauer mit einem Metalltür, welche verschlossen ist.
Das sind alles berechtigte Fragen. Zu verschlossen? Sind wir wir selbst?
Wie ist es denn bei dir – Bei euch? Bei mir kann ich diesen nur zustimmen. Ich muss immer erstmal dosiert mit meinem Charakter an die Personen herantreten. Ich muss mich und meinen Charakter immer an der Leine halten. Mein Sarkasmus ist manchmal leider wie ein großer Huskys der euch eher erschrecken würde. Jedoch wenn man diesen Husky dann Mal kennengelernt hat merkt man, dass dieser das freundlichste Tier ist.
Aber der Charakter ist ja nur ein kleiner Teil unserer selbst.
Unsere Gedanken gibt es ja auch noch. „Wir Denken viel doch sagen nichts“… Dies wird inhaltlich in vielen Texten verarbeitet. Doch was sagt uns dies? Wir denken über viele Themen nach, doch es würde keiner von uns freiwillig jeden seiner Gedanken frei präsentieren wollen.
Oder würdest du jetzt sofort sagen müssen, was du gerade denkst? Ich meine wer will das schon. Wird in einem Gespräch das Thema Beziehungen angesprochen und es entsteht eine gewaltige Diskussion werde ich mich schön aus ihr raushalten und sie Kopfnickend annehmen. Ich Versuche zwar mitzureden, jedoch werde ich es nicht schaffen meine Mauer aufrecht zu erhalten, wenn ich nicht darüber schweige, dass ich noch nie eine Beziehung oder so hatte. Doch warum mach ich, machen wir das?
Schuld daran ist wieder unsere Mauer. Unser selbst entwickelter Filter unseres Charakters, welcher uns vor der Gesellschaft schützen soll. Wir wollen nicht zeigen, dass wir verletzlich sind. Wir wollen nicht zugeben, dass wir diese Situation nicht kennen. Wir haben Angst nicht akzeptiert zu werden. Wir schämen uns einfach zu sehr. Doch das ist noch nicht alles was wir verstecken!
Wie ist es mit der Wahrheit? Die reine Wahrheit? Ja, auch die ganze Wahrheit ist gemeint! Ich gehe Mal wieder, wie schon in der ganzen Rede Mal von mir aus. Man scheine ich selbstverliebt zu sein. Zumindest würde ich mir das als Hörer nun denken.
Aber wieder zum Thema, ganz ehrlich ging es euch nicht auch schon mal so, dass ihr was gefragt wurdet und Ihr demjenigen nur die Hälfte erzählt habt. Die Hälfte, welche nicht unangenehm für dich selber ist. Bei mir ist das oft so. Ich sage sehr oft den Menschen das, was sie hören wollen. Dadurch wird das Leben mit diesen Menschen etwas harmonischer. Ebenso kann ich diese Personen so manipulieren, dass sie mich in meiner ganzen Art sympathisch finden könnten. Ist das nicht Geil?
Jedoch kann ich mich so auch in einer Scheinwelt verstecken und muss immer in die Rollen dieser Fremden Personen, welche von mir geschaffenen wurde, schlüpfen. Doch wie schnell kommt man in diese Situation. Man ist an der Bar und sieht ein schönes Mädchen, aber man selbst ist ein totaler Versager wie ich Beispielsweise.
Also was machen wir? Wir verstecken unseren Teile der Wahrheit, welche das Bild von uns wieder verschlechtern würden. Also sind wir wieder auf der anderen Seite der Mauer, doch diesmal gibt es in dieser Mauer Fenster, welche die Wahrheit, Offenheit durchschimmern lassen könnten. Aber es nicht sollen. Wir wollen uns ja etwas besser präsentieren, als wir eigentlich sind.
Jetzt, wo wir schon bei dem Thema etwas die Mauer vergessen und Fenster hineinbauen sind, Wie ist es eigentlich mit deinen Persönlichen Daten? Wie viele von ihnen gibst du eigentlich bereits Preis, ohne es überhaupt zu wissen? Allein bei einem Spiel, welches nach deinem Alter fragt hast du wieder ein Teil deiner Daten, deiner persönlicher Daten, preisgegeben.
Bei jeder Internetseite hinterlässt du die Sogenannten Cookies. Diese Cookies vernaschen Unternehmen regelrecht. Mit jedem Mal Cookies preisgeben wird dein gesamter suchverlauf preisgegeben. Jede Internetseite, die du jemals besucht hattest. Jedes Mal, wenn du dies Machst ist die Wahrscheinlichkeit Werbung zu bekommen höher. Und das ist in unserer Gesellschaft nur ein geringer Teil unserer Präsenz im Internet. Ein geringer Teil unserer persönlichen Daten. Das Internet sorgt dafür, dass unsere Mauer nicht mehr existent sein kann.
Aber es kann ebenso dafür sorgen, dass wir die Mauer so färben wie wir wollen. Wir können das eigentliche Ich wieder hinter ihr verstecken. Somit wird die Mauer immer dicker und präsenter in unserem Leben.
Wir Posen und verstellen uns für Instagram, Facebook, Twitter, Snapchat, alle sogenannten Sozial Media. Wir verstecken uns hinter Tonnen von Make-Up oder schicker Kleidung um der eigentlichen Wahrheit zu entfliehen. Der Wahrheit, dass unser Individuelles Ich nicht mehr existent ist.
Unser Ich durch den gesellschaftlichen Druck angepasst wurde. Wir sind inzwischen diese Wunderschöne Statue der Gesellschaft, welche wir mit Hammer und Meißel, mit mühe uns Schweiß, mit Stress und Schauspiel, geformt haben. Wir waren vielleicht mal ein Viereck und haben uns jedoch zu einem Kreis machen müssen. Wir sind nicht offen zu uns selbst.
Oder bist du es zu dir selbst? Ganz ehrlich, seh dir mal die genannten Situationen unter dieser Betrachtung genauer an. Fällt es dir auf? Ich könnte Recht haben, oder aber auch nur scheiße Labern. Doch das überlasse ich jedem Selbst.
Die, welche mir nicht zustimmen können nun weghören. Aber die, welche mir zustimmen, mir vollste Aufmerksamkeit geschenkt haben, die sollten jetzt genau zuhören.
Ich fordre euch nicht auf diese Mauer sofort einzuschlagen, das wäre ja Wahnsinn. Ich gebe euch nur den Tipp, versucht diese Mauern nicht zu vergrößern. Versucht sie etwas verfallen zu lassen. Versucht die Metalltür durch eine Gardine auszutauschen. Versucht einfach Offener zu sein.
Versucht einfach mal ihr selbst zu sein. Ich weiß, ich bin auch nicht ich selbst, aber ich versuche es! Und bringt es mich um? Naja manchmal habe ich das Gefühl ich sterbe. Aber ich bin es noch nicht, sonst würde ich euch das nicht erzählen können.
Versucht es und es wird euch bessergehen. Glaubt an euch und ihr werdet es auch überstehen. Seid einfach offen. Seid einfach ihr selbst und lebt wie ihr Leben wollt und nicht, wie ihr sollt. Weil das wollen sie, uns anpassen, uns in eine Form pressen die wir nicht wollen. Und wenn sie das erreichen, Die Lehrer, die Eltern, die Medien, einfach alle, dann kannst du dich auch gleich umbringen. Denn wenn du dich jeden Tag verstellen musst, um Akzeptanz zu bekommen, dann kannst du dein Leben auch lassen. Dann wäre das Leben nicht mehr deins. Nicht mehr dein individuelles Leben und auch nicht dein Charakter und deine Art. Dann wärst du einfach nicht du selbst.
Du wärst einfach nur verschlossen vor dir selbst.
Leben in Menschenmengen
Was ein wunderschöner Tag. Das Wetter ist einfach perfekt. Ich liebe es, wenn mir die Sonne so seicht über meinen Körper scheint und mich aufwärmt. Mit einer Sonnenbrille, kurzer Hose und T-Shirt echt gut zu ertragen. Wenn ich nicht gerade in Frankfurt über den Markplatz laufen würde und ich das Gefühl nicht loswerde, dass mich alles und jeder schräg von der Seite an macht. Die ältere Dame macht schon so ein Komisches Gesicht, als wolle sie mich aufessen. Der Mann mit seinem komischen Bart und dem Südländischen Tatsch sieht auch schon so aus, als wolle er mich abstechen. Die Frau mit ihren Kindern macht sich schon wieder Urteile über mich, obwohl sie es nicht besser Macht mit ihrem Verhalten zu den Kindern. Ich halte es nicht mehr aus. Ich muss die Musik einfach lauter drehen und mit gesenktem Kopf durch die Straßen.
Doch die Leute machen es mir nicht leicht. Ich spüre Förmlich wie sie mich mit ihren Blicken durchbohren. Wieso tut ihr das, habt ihr nichts Besseres zu tun, als macht anzuschauen und über mich zu Urteilen. Warum macht es mich so fertig, dass jeder mich als so minderwertig empfinden könnte? Ich meine Ihre Vorurteile sind sicherlich richtig. Ich meine ich würde mir sowas von aus dem Weg gehen, wenn ich mich so sehen würde. Ein ungepflegter Bart und dazu dieser Killerblick. Eine Komische Aura auf kleinen, fetten, hässlichen Körper verpackt und auf die Straße gezwungen.
Es macht mich einfach fertig die Leute so anzusehen und zu wissen, was sie über ein Denken.
Was für ein Kinderschänder, so ein kleiner, hässlicher Mann, wer hat den den als Sohn?
Wieso lebt der überhaupt, nur um uns die Augen kaputt zu machen, unsere Kinder zu belästigen und zu verstümmeln?
Kann er nicht einfach vor einen Zug springen, oder in seinem Zimmer alleine sterben?
Natürlich werden sie nicht alle das denken, aber vermutlich die meisten, oder zumindest würde ich mir das bei meinem Anblick denken.
Naja zum Glück habe ich es geschafft vom Marktplatz zu kommen, ohne eine unangenehme Begegnung zu haben. Aber das war nur der erste Teil meiner Reise.
Ich muss nun weiter mit dem Bus, was heißt, dass ich erst an der Haltestelle auf ihn warten muss, ohne mich zu bewegen, genauso wie die Personen die dabeistehen. Ich fühle wieder diese Blicke, diese Anspannung und der Stress, welcher wieder in mir hochkommt.
Mein Arm greift wieder meinen Ellenbogen vom anderen und versucht sich Klein zu machen.
Meine Schultern versuchen dies ebenso.
Meine Füße stehen nun über Kreuz und versuchen sich anzupassen.
Mein Herz pumpt Blut, als würde ich einen Marathon laufen. Mein Gehirn komplett in Panik, meine Muskeln komplett angespannt, bis auf den letzten, meine Lunge versucht mich mit Sauerstoff für gefühlt zehn Leute zu versorgen. Ich kann jetzt schon nicht mehr.
Aber zum Glück ist der Bus nun da. Aber komplett voll. Ich hasse es.
Und zu meinem Glück fragt der Busfahrer auch noch nach meiner Fahrkarte, was mich zwingt aus meiner Schützenden Haltung raus zu gehen und nach meiner Karte zu suchen.
Nun befinde ich mich im Bus. Diese Blicke machen mich fertig. Und zu meinem Pech ist auch noch so wenig Platz im Bus, dass mich verschiedene Menschen auch noch Berühren, was mich zusätzlich auch noch belastet.
Gefühlsoffen
Sind wir komplett wir selbst? Sind wir das Licht was unser Innerst erhellt?
Ich sage nein, das können wir nicht sein. Nicht ohne uns bloß zu stellen und gefühlsoffen zu sein. Offen zu sagen wo wir stehn und wie wir zu den andern stehn. Wir verstecken uns immer hinter Gefühlen und tun so, als ob sie uns diese nicht berühren. Doch warum machen wir dies? Weil das zeigen der Gefühlswelt Verletzlichkeit bietet. Wir verstecken uns hinter Sarkasmus und Ironie und sind nie die, die wir seien würden mit ihn. Wir bauen eine große Mauer um uns rum – um uns zu schützen. Doch kann man dies auf Dauer verkraften? Nein, irgendwann hält selbst das stärkste Gerüst diesen enormen Druck auch nicht aus. Also kommt noch das Gefühl von seiner selbst obendrauf. Doch es bleibt in deinem Innern Ruhn. Wir trauen uns es nicht zu sagen, weil das heißt ja man muss Gefühle zeigen. Also kommt wieder die Frage: Was ist mit unseren Gefühlen, mit unserem Denken, mit unserm Selbst? Wir Wissens manchmal nicht, da wir uns dies bewusst nicht sind. Wir sind wie ein Vogel der das schwimmen lernt oder ein Fisch der fliegen will. Hoffnungslos stolpern wir dahin. Und verschweigen unsere Gefühle vor jedem.